#37: Dry January
Neues Jahr, neue Vorsätze? Viele verzichten im Januar auf Alkohol. Lest hier, warum das eine gute Entscheidung ist, wie Alkohol auf das Darmmikrobiom wirkt & welche Mikronährstoffe geklaut werden
Frohes neues Jahr! Na, machst du auch einen “Dry January”, also einen Monat ohne Alkohol?
Wenn nein, ist es noch nicht zu spät- schließ dich doch spontan an! Denn bei Alkohol geht es nicht nur um Kalorien, Suchtprävention und Willensstärke, sondern Alkohol hat akut wie chronisch tiefgreifende Auswirkungen auf den gesamten Körper.
Das Wichtigste in Kürze:
Alkohol als Schlafmittel? Besser nicht! Selbst subjektiv empfundenes “runterfahren” trügt, denn obwohl manche besser einschlafen, leidet die Schlafqualität nachweislich und die Regeneration wird gestört. Die Schlafarchitektur wird gestört, die HRV sinkt und Puls sind i.d.R. höher, auch nächtliches Erwachen ist typisch. Mein Tipp: Probiere doch lieber Magnesium, 5-HTP und ein paar andere Kniffe für besseren Schlaf.
super spannend: Wusstest du, dass chronischer Alkohol massiv dein Darmmikrobiom beeinflusst? Nämlich leider alles andere als positiv: Lactobacillen & Bifidobakterien sinken typischerweise, es kommt vermehrt zu einer Überwucherung an der falschen Stelle mit den falschen Bakterien (SIBO), die Barriere wird gestört (Tight Junctions-Störung), dadurch unmittelbar eine unterschwellige Entzündung und vermehrte Belastung der Leber. Spannenderweise verändert Alkohol dabei nicht nur die Anzahl der Bakterien, sondern verändert auch die metabolische Aktivität der Bakterien. Auch die Produktion antimikrobieller Peptide (für die, die es genauer wissen wollen: z.B. Reg3g-Level) werden durch Alkohol reduziert.
durch die reduzierte Produktion kurzkettiger Fettsäuren (SCFA) wie Butyrat fehlen antientzündliche Stoffe und auch unser Immunsystem ist nicht voll leistungsfähig. Die Folge: auch wieder eine Befeuerung einer unterschwelligen Entzündung mit allen Folgen, denn:
Alkohol schwächt dein Immunsystem! Alkohol wirkt dabei eher “immunsuppressiv”, dämpft es also in der Reaktivität & es ist einfach nicht mehr so schlagkräftig. Aber selbst bei einer Allergie ist es genau das Gegenteil dessen, was wir wollen. Natürliche Killerzellen werden beispielsweise durch Alkohol reduziert. Die brauchen wir aber, um Tumorzellen zu bekämpfen, Viren in Schach zu halten oder im Tierversuch nahm dann bei mangelnder NK-Zellen-Aktivität die Infektrate zu…. Zusätzlich ist der Körper bei chronischem Alkoholkonsum permanent in einer leichten Entzündungslage (silent inflammation). Das ist eine ungute Kombination und befeuert Depression, Insulinresistenz/Diabetes, Hypertonie und vieles mehr… Man kann auch sagen: Der Körper ist permanent unter Feuer. Wenn das Immunsystem aber feuern soll, agiert es nur noch lasch.
Chronischer Alkoholkonsum führt zu einem kombinierten Mikronährstoffdefizit (B‑Vitamine, fettlösliche Vitamine, Mineralstoffe), das über Malabsorption, Verluste über die Niere, Leberfunktionsstörung und Dysbiose zustande kommt, und trägt so zu breiten Defiziten zu. Denn einerseits steigt durch die silent inflammation auch der Verbrauch & Bedarf an zahlreichen Vitaminen und Antioxidantien, während gleichzeitig die Aufnahme gestört wird oder Verluste zunehmen. Interessant sind hier vor allen Dingen die B-Vitamine, aber auch Zink, Selen (Deutschland ist Mangelgebiet!), Magnesium (Nervenkostüm, Schlaf!) als auch interessanterweise Vitamin A. Denn durch Alkohol wird vermehrt die aktive Form von Vitamin A abgebaut und Betroffene haben niedrigere Vitamin-A-Spiegel, sodass sie häufiger an einem funktionellen oder klinischem Mangel leiden. Tatsächlich wird nahezu der gesamte Metabolismus von Vitamin A gestört. Die Folge eines Mangels? Infektanfälligkeit, Schleimhautstörungen (auch unsere Darm-Zellen brauchen Vitamin A), Nachtblindheit.
Leider überwiegen die enthaltenen Polyphenole und sekundären Pflanzenstoffe auch im Rotwein nicht die negativen Effekte des Alkohols :-(
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Wer eine schöne alkoholfreie Alternative für besondere Gelegenheiten sucht, dem möchte ich (unbezahlte Werbung) gerne Dr Jaglas ans Herz legen. Super lecker, ohne künstliche Farbstoffe und hier gelingt Gesundheit und Genuss Hand in Hand.
Schreibt mir doch gerne in die Kommentare, ob ihr den Dry January ausprobiert, welche Tipps und Tricks ihr habt und warum ihr auf Alkohol verzichtet.
Eure Apothekerin des Vertrauens
Carolin
P.S. Von Herzen ein frohes und gesundes Jahr 2026! Danke für eure Treue, ich freue mich über jeden Like, jede Weiterempfehlung, jede Rückmeldung und jedes einzelne Feedback. Denn mir geht das Herz auf, wenn ich einen kleinen Beitrag dazu leisten kann, dass das Leben einen Ticken gesünder wird und mehr Lebensqualität hat. Danke!
P.P.S. Ich liebe übrigens Rotwein wie Merlot! Wenn ich mit dir ein Gläschen trinke, darfst du dich geehrt fühlen. Denn wie heißt es so schön? Versuchungen muss man nachgeben - man weiß nie, ob sie wiederkommen. Und ein gesunder Lebensstil sollte niemals dogmatisch und voller Verbote sein, sondern es geht für mich um gesunde Routinen und Wohlbefinden, bei dem Ausnahmen durchaus erlaubt sind. Cheers!


Sehr schöner Impuls, vielen Dank 🙏