#38: Drei schnelle Mikrobiom-Hacks
Probiotika? Ja, die können was. Für alle, die aber „einfach so“ etwas gutes für ihr Mikrobiom tun wollen, habe ich hier meine 3 Top-Hacks für eine gesunde Darmflora. Umsetzbar: Sofort!
Na, heute schon ein Probiotikum genommen…?
Ich werde immer wieder gefragt, ob man Darmbakterien als Nahrungsergänzung braucht oder nicht und wenn ja: welche? Wie lange? Multispezies oder Monospezies?
Aber mich nervt diese “Quick-Fix”-Lösung, bei der ein Pulverchen einen schlechten Lebensstil ausmärzen soll. Das funktioniert leider nicht. Sorry. Stattdessen heute mal ganz praxisnah meine 3 Top-Tipps, mit denen du sofort dein Darm-Mikrobiom positiv beeinflussen kannst:
Iss regelmäßig zu ähnlichen Zeiten und nicht allzu spät am Abend. Nein, auch keine Snacks!
Denn unser Darmmikrobiom hat einen eigenen zirkadianen Rhythmus. Wir unterstützen es wunderbar, indem wir zu gewohnten Zeiten Nachschub liefern.
Steige sofort auf Bio um. Sofort. Warum? Glyphosat hemmt bei einigen Bakterien in deinem Darm ein Enzym*, sodass bestimmte Stoffwechselprodukte nicht mehr produziert werden können. Dummerweise übernehmen diese Stoffwechselprodukte das “Feintuning” unseres Immunsystems und steuern damit auch Entzündungen. Fehlen diese, gerät die Immun-Homöostase aus der Balance… noch stärker fällt dieser Effekt natürlich bei Eiweiß-armer Ernährung aus.
Glyphosat fungiert zudem noch als “Chelatierungsmittel”. Ob es dadurch auch im menschlichen Körper die Zink- und Selenaufnahme hemmt, ist zwar nicht ausreichend untersucht und eine reine Hypothese, … aber ich genieße Bio mit einem doppelt guten Gefühl.
Und noch ein Tipp: Bitte wähle den Biomarkt deines Vertrauens statt der Bio-Abteilung von Discountern, … denn die Lebensmittelauswahl unterscheidet sich kolossal. Je weniger Mist in deinem Einkaufswagen landet, desto weniger Mist landet bei dir zu Hause und desto weniger gerätst du in Versuchung, den Mist zu essen.
Verzichte auf Zusatzstoffe, Süßungsmittel, Farbstoffe, Emulgatoren etc. wann immer möglich. Konservierungsmittel halten Lebensmittel frisch und wirken dabei wie ein homöopathisches Antibiotikum im Darm: Sie verschieben das Darmmikrobiom und sortieren mit, wer bleiben darf und wer rausfliegt…
Das kann die guten Bakterien wie Butyrat-Bildner verdrängen und wirkt sich damit natürlich auch auf Immun- und Stoffwechselprozesse aus.
Bei normaler Ernährung ist eine Cola light als Ausnahme natürlich kein Drama. Aber in der alltäglichen Ernährung haben Zusätze nichts verloren!
Und was darf als Dauerbrenner auch nicht fehlen? Natürlich: Ballaststoffe :-) Dabei gilt wie immer der Appell: Essen soll Spaß machen und hat viel mit Genuss zu tun. Dogmatischer Fanatismus ist fehl am Platz, und ja, bei mir gab es mit meinem Sohnemann heute im Freibad natürlich auch Pommes mit Mayo, ein Eis und Gummibärchen… :-)
Und wer schon krank ist oder gar Magen-Darm-Beschwerden hat? Der profitiert in jedem Fall von einem spezifisch ausgewählten Darmprobiotikum.
Deine Apothekerin des Vertrauens
Carolin
P.S. * Wer es genauer wissen möchte: Es wird beispielsweise der Shikimat-Weg gehemmt, der für die Synthese von Tyrosin oder Tryptophan von einigen Bakterien benötigt wird. In Teilen scheint der negative Effekt durch eine ausreichende Zufuhr von Aminosäuren kompensiert werden zu können… aber eben womöglich doch nur zum Teil?!

